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Ich glaub ganz fest daran, dass jeder Mensch irgendwo ein Fünkchen Empathie versteckt hat - bei manchen vielleicht nur ein klitzekleines, bei anderen reicht es schon mal für einen Wohnzimmerbrand. Egal wie viel oder wie wenig wir prinzipiell davon aufbringen können, es scheint eine Tagesobergrenze zu geben - mein Maß an Empathie habe ich heute wohl etwas zu großzügig in den Stunden zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens unter die Menschen gebracht. Dementsprechend wenig war übrig für den Rest des Tages.


Irgendetwas läuft falsch auf der Welt,...

...wenn Menschen um halb zwei die Rettung rufen, weil sie alleine sind und sich Geborgenheit und Zuwendung wünschen. Mit etwas Glück geraten sie an eine müde, aber motivierte Mannschaft ehrenamtlicher Sanitäter - realistischerweise holen sie stattdessen aber ein Team hauptamtlicher Mitarbeiter aus dem Bett, viel Spaß dann.

...wenn mich eine Patientin als wunderbaren Menschen und Psychologin bezeichnet, weil ich scheinbar die erste war, die sie seit dem Tod ihres Mannes im Arm gehalten hat (unfreiwillig beim Versuch gemeinsam vom Boden aufzustehen, aber trotzdem).

...wenn mir eine Teilnehmerin des Erste-Hilfe-Kurses erklärt, sie müsse beim Praxisteil nicht mitmachen, da sie Heimhilfe sei und deswegen das "eh dauernd macht" und deswegen "alles kann". Man führe mir die Heimhilfe vor, die in ihrem beruflichen Alltag Motorradhelme von Köpfen popelt und reanimiert.

...wenn Kursteilnehmer es als Schikane betrachten, dass ich sie - trotz ihres unendlichen Vorwissens und der unanfechtbaren Kompetenz im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung - genau wie alle anderen üben lasse. Ich habe viel Verständnis, wahrscheinlich sogar zu viel, für körperliche und psychische Einschränkungen, die es jemandem unmöglich machen, auf einer Reanimationspuppe rumzudrücken - aber für Arroganz und Ignoranz definitiv nicht.

...wenn ich mich mal über was ärger.


Meine Empathie wird von einem kleinen Tierchen produziert, das man mit ausreichend Schlaf, Essen und Spaß versorgen muss - irgendwie wie mein altes Tamagotchi (lang, lang ist's her). Verwehrt man ihm zumindest zwei dieser Dinge kommt es zu Posts wie diesem hier.

Hoffe ihr hattet einen schönen Tag!

Liebe Grüße,
merc


Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Donnerstag, 22.08.2013, 20:53
Eingeordnet unter: Erste Hilfe Kurse, Sanizeug


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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Montag, 12.08.2013, 18:12
Eingeordnet unter: Island, Reisen


Am Abreisetag standen wir früh auf um bis zur Check-Out-Time um halb zwölf unsere Habseligkeiten auf Koffer und Handgepäck verteilt zu haben - kein leichtes Unterfangen. Besonders das neue Ikea-Topfset machte sich volumenmäßig deutlich bemerkbar, vielleicht war es auch ein bisschen übertrieben, eine XXL-Familienpackung Schwarztee zu kaufen. Schlussendlich hatten wir dann doch alles verstaut, alle schweren Dinge - wie die zehn Bücher von denen wir keines gelesen haben - mussten ins Handgepäck auswandern, eine gute Entscheidung wie sich später beim Wiegen der Koffer herausstellte.

Nachdem wir unsere Essensration für den Tag vorbereitet hatte brachten wir die übrigen Lebensmittel und Kartuschen des Campingkochers ins City Hostel, in der Hoffnung, jemand werde sich über Griesbrei, Balsamicoessig oder Streichhölzer freuen. Danach erkundeten wir noch den Vorort Hafnarfjördur - gegen dessen Fußballmannschaft die Austria Wien am Mittwoch hierorts gespielt hat - was sich als nicht sehr sehenswert herausstellte.

Ein Geocache führte uns durch Lavalandschaft und Moos zu einem lustigen Steinbauwerk mitten im nirgendwo, später versuchten wir in Keflavik verzweifelt einen funktionierenden Autostaubsauger und einen Waschbesen zu finden, was wir uns bei drei Tankstellen im Ort weitaus leichter vorgestellt hatten. Zum Glück reichten der Autovermietung unsere Versuche, das Auto von Steinen und Erde zu befreien und so ließen wir unseren braven kleinen Kia zurück.

Beim Warten auf das Öffnen des Check-In-Schalters am Flughafen trafen wir eine Namenskollegin von Flo(rentine) - die einzige in Island lebende! Die Flüge verliefen zwischenfallslos und wir waren nach dem öden Warten richtig froh, endlich in Wien anzukommen um nach über 24 Stunden ohne richtiges Schlafen (abgesehen von meinen Sekundenschläfen zwischen München und Wien) endlich ins Bett zu kommen. Die Temperaturdifferenz von mindestens 20°C war schon ein bisschen fordernd, aber zum Glück hatten wir uns kleidungstechnisch darauf eingestellt.

Jetzt sind wir also zuhause und der weniger lustige Teil des Reisens beginnt: Auspacken, Wäsche waschen, sich um all die Dinge kümmern, die man davor getrost vergessen durfte.

Liebe Grüße,
Merc


Die Hallgrimskirkja
Die Hallgrimskirkja

Landleben mitten in der Stadt
Landleben mitten in der Stadt

Blick über Hafnafjördur
Blick über Hafnafjördur

Und das soll im Hustensaft sein
Und das soll im Hustensaft sein

Werft in Keflavik
Werft in Keflavik

Skulptur am Flughafen
Skulptur am Flughafen




Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Montag, 12.08.2013, 17:46
Eingeordnet unter: Flugzeuge, Island, Reisen


Der heutige Tag stand komplett im Zeichen der Gay Pride Parade - ganz Reykjavik war mit Regenbogenfahnen geschmückt und halb Reykjavik da, um dem Umzug beizuwohnen. Hätte man dem Spektakel entkommen wollen, hätte man wohl die Stadt verlassen müssen - am besten schon eine Woche vorher.

Natürlich wollten wir der Parade nicht entgehen - also waren wir mittendrin! Nachdem wir uns T-Shirts mit dem Logo der Reykjavik Pride als besondere Souvenirs gekauft hatten, suchten wir uns einen Platz mit möglichst guter Sicht auf die Straße auf der der Zug vorbeikommen sollte. In mehrerer Hinsicht konnte man hier ganz andere Dimensionen als bei der Regenbogenparade in Wien erleben: Die gesperrte Straße war nur einspurig und die Fahrzeuge der teilnehmenden Gruppen dementsprechend kleiner, außerdem waren es vielleicht 20 verschiedene Wägen - also deutlich weniger als hier zuhause. Ganz anders aber auf der Zuschauerseite: Gefühlsmäßig war halb Reykjavik da! Nicht nur Unterstützer und thematisch betroffene Personen sondern auch die durchschnittliche isländische Vater-Mutter-2Kinder-Familie waren da. Omas im Rollstuhl wurden zum Spektakel geschoben, fast alle Kinder waren bunt geschminkt oder hatten bunte Plastikblumenketten um den Hals. Es scheint als ob die Regenbogenparade hier ein nettes Wochenend-Event für Alt und Jung und vor allem für die gesamte Bevölkerung ist.

Das in Island die komplette Gleichstellung homosexueller Paare (inkl. Ehe, Adoption und Reproduktionsmedizin) erreicht wurde, ist spürbar - die wenigen politisch motivierten Gruppen machten vor allem auf Mängel in der Gesetzgebung anderer Länder (ganz aktuell: Russland) aufmerksam und bedankten sich für die Situation im eigenen Land. Besonders hervorheben möchte ich die Gruppe der unterstützenden Freunde und Familien, da ich diese als besonders berührend empfand: Das Transparent der Gruppe zeigte den Spruch "Wir unterstützen unsere schwulen/lesbischen Freunde/Verwandte - Was ist mit dir?" (sinngemäß übersetzt). Manchen der männlichen Teilnehmern dieser Gruppe merkte man an, dass sie wohl von ihren Frauen überredet worden waren und sich deswegen ein bisschen ängstlich an sie klammerten - aber alles in allem waren hier sehr viele positiv gestimmte Menschen aller Altersklassen dabei, die ihre Unterstützung zeigten.

Erstaunlich groß war auch die Gruppe der Regenbogenfamilien (=homosexuelle Paare mit Kindern) - unvorstellbar bei uns, noch. Island ist uns da einfach weit voraus. Man hat das Gefühl, die LGBT-Community wäre hier in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es wird hier vom Großteil der Bevölkerung schon als so normal wahrgenommen, wie es sein sollte. Wenn eine offen lesbische Frau als Regierungschefin gewählt wird (2008-2013 - Johanna Sigurdardottir), ist man wohl dort angelangt, wofür in vielen Ländern noch gekämpft werden muss.

Nachdem bei den Menschenmassen, die sich durch Reykjaviks kleine Altstadt drückten, an Sightseeing nicht mehr zu denken war und wir uns wohl auch einen kleinen Sonnenstich bei der Parade geholt hatten (ja, das Wetter ist gemeingefährlich hier), verbrachten wir den Rest des Tages im Hotel um schon Vorbereitungen für die Abreise am nächsten Tag zu treffen.

Liebe Grüße,
Mercedes


Welcome to Reykjavik Pride
Welcome to Reykjavik Pride

Auch das Raudi Kross war mit dabei
Auch das Raudi Kross war mit dabei

Der Reykjavik Qüer Choir
Der Reykjavik Qüer Choir

Seitenhieb auf Russlands aktülle Innenpolitik
Seitenhieb auf Russlands aktülle Innenpolitik

Bester Islandpulli ever
Bester Islandpulli ever

Unterstützende Familien und Freunde
Unterstützende Familien und Freunde

Werbewirksamer Eisbär
Werbewirksamer Eisbär






Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Montag, 12.08.2013, 16:31
Eingeordnet unter: Island, LGBT, Reisen


Auf geht's nach Reykjavik! Um schneller an unser Ziel zu gelangen und Sprit zu sparen nutzten wir den Tunnel unter dem Hvalfjördur, der sechs Kilometer lang unter dem Meer hindurch führt. Schon ein bisschen beängstigend war der Gedanke an all die Wassermassen über uns.

In Reykjavik angelangt machten wir - abseits der üblichen Touristenpfade - das Einkaufszentrum am Stadtrand unsicher - leider war dort nirgends bunte Schminke zu finden, dabei wäre es sehr lustig gewesen, uns morgen für die Regenbogenparade etwas zu stylen.

Um halb fünf machten wir uns auf den Weg um noch ein paar Geocaches zu finden und dabei die Stadt zu erkunden. Unsere Tour führte uns durchs Landeskrankenhaus (ungefähr so groß wie zwei Pavillons des Wilhelminenspitals), zum Wasserspeicher Perlan, rund um den Stadtflughafen, zur Universität und einmal quer durch die Innenstadt. Die Straßen sind schon total für die Parade morgen geschmückt, fast alle Geschäfte der Haupteinkaufsstraße Laugavegur haben mit Regenbogenfahnen dekoriert und sogar die Zebrastreifen wissen schon vom morgigen Spektakel. Besonders nett ist es auch, so überdurchschnittliche "Gleichgesinnte" zu sehen, Reykjavik ist momentan voll von Paaren wie uns :-)
Um halb zehn kamen wir dann ziemlich müde in unserem Quartier an.

Liebe Grüße,
Merc



Panorama über Borgarnes
Panorama über Borgarnes

Wasserspeicher Perlan
Wasserspeicher Perlan

Baden im Meer
Baden im Meer

Die Stadt stellt sich schon auf morgen ein
Die Stadt stellt sich schon auf morgen ein

Graffiti auf Isländisch
Graffiti auf Isländisch

Im Hafen
Im Hafen


Direktlink  Kommentare: 2 geschrieben von merc am Samstag, 10.08.2013, 11:54
Eingeordnet unter: Geocaching, Island, LGBT, Reisen


Mit zirka 300km Fahrstrecke stand uns heute die längste Tagesetappe bevor, dennoch begannen wir den Tag gemütlich. Da in Akureyris Hafen ein beeindruckend großes Kreuzfahrtschiff, die "Celebrity Eclipse", angelegt hatte, fuhren wir dorthin um Schiff und Menschenmasse zu bestaunen. Erstmals machten wir auch akustisch Erfahrungen mit einem isländischen Rettungsauto, das wie ein psychotisches Raumschiff aus einem alten Science-Fiction-Film klang

Anstatt den kürzesten Weg entlang der Ringstraße zu nehmen, statteten wir dem Flussdelta des Skagafjördur einen Besuch ab um dort ein bisschen spazieren zu gehen und Geocaches zu finden.

Viel zu spät begannen wir, direkt nach Borgarnes zu fahren und so hatten wir um 18 Uhr noch 200km vor uns. Trotz Hunger und Müdigkeit hielt Flo tapfer durch – ich darf hier ja noch kein Mietauto lenken, wegen dem Probeführerschein. Kurz vor unserem Ziel kamen wir an einem Autounfall vorbei, dessen Beteiligte aber zum Glück schon von der Rettung versorgt wurden. Ein bisschen weniger getrödelt vorher und das wäre wohl unser "Aufklauber" geworden.

Durch das Adrenalin wieder munter erreichten wir unser Quartier im Bed&Breakfast, wo wir - trotz Reservierung und Bezahlung - ins Hostel weitergeschickt wurden, da kein Zimmer mehr für uns frei war. Ziemlich ärgerlich, gerade nach einem so anstrengenden Tag sich wieder mit lauter wild gewordenen Menschen in der Küche rumschlagen zu müssen. Um Mitternacht begann dann auch noch allen Ernstes jemand Staub zu saugen...

Liebe Grüße,
Mercedes


Die Celebrity Eclipse im Hafen von Akureyri
Die Celebrity Eclipse im Hafen von Akureyri

Isländisches Rettungsauto - Geländegängiger Mercedes Sprinter
Isländisches Rettungsauto - Geländegängiger Mercedes Sprinter

Das Stadtlogo in der Ampel
Das Stadtlogo in der Ampel

Am Strand
Am Strand

Leuchtturm
Leuchtturm

Häuser aus Torf in Glaumbär
Häuser aus Torf in Glaumbär

Ungewöhnliche Kirche in Blönduos
Ungewöhnliche Kirche in Blönduos



Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Samstag, 10.08.2013, 11:51


Wir folgten der altbekannten Strecke nach Akureyri um pünktlich zur Öffnung des Flugzeugmuseums um elf Uhr erwartungsfroh vor dessen Türe zu stehen. Neben alten Uniformen und Fliegern entdeckten wir unser Lieblingsstück der Sammlung: ein isländischer Rettungshubschrauber, wir könnte es anders sein! Laut Beschreibungstafel wurden mit dem Helikopter 250 Menschenleben gerettet, bevor er 2008 nach einem kleinen Crash außer Dienst gestellt wurde.
Mit einer Tasse als Souvenir im Gepäck (T-Shirt gabs leider keines für Flo, alle viel zu groß) suchten wir unser Quartier, wo wir den Nachmittag zum Bloggen und Surfen nutzten.

Dann konnten wir endlich das lang geplante Projekt "Fisch" in die Tat umsetzen: Lachs kostet hier nicht einmal die Hälfte und ist noch dazu frisch als zu Hause. Trotz fehlender Erfahrung ist das Essen recht gut geworden, auch wenn uns die anderen Urlauber im Guesthouse aufgrund der Geruchsbelästigung etwas leid taten.

Liebe Grüße,

Merc



Küstenspaziergang
Küstenspaziergang

Planespotting am Flughafen von Akureyri
Planespotting am Flughafen von Akureyri

Rettungshubschrauber im Flugzeugmuseum
Rettungshubschrauber im Flugzeugmuseum


Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Samstag, 10.08.2013, 01:11


Natürlich sind wir NICHT um halb fünf aufgestanden um vor allen anderen Touristen bei den Schwefelquellen zu sein. Früh aufstehen ist prinzipiell schon problematisch - aber im Urlaub geht das gar nicht!

Da die Region um den Myvatn nicht all zu viel gratis Programm bietet, fuhren wir nach Akureyri, wo wir morgen übernachten werden, da es dort weitaus mehr zu erleben gibt. Nach einem kleinen Rundgang durch die Stadt aßen wir im "Bautinn" Burger - richtig isländisch halt. Wal, Hai oder Papageientaucher hätten wir wohl weder über Herz noch Zunge gebracht.

Gesättigt wie die Fettsäuren in unserem Mittagessen erkundeten wir den botanischen Garten, in dem alle aus Island heimischen und noch viele andere Pflanzen zu sehen sind. Später folgten wir wieder der Tradition dieser Reise: Jeden zweiten Tag ins Schwimmbad. Akureyri bietet viele unterschiedlich temperierte Becken an, die zum Faulenzen oder Sport machen einladen.

Am Heimweg schauten wir noch einmal beim Godafoss, meinem Lieblingswasserfall, vorbei um Fotos zu machen. Leider verpassten wir die letzten Sonnenstrahlen bei den Schwefelquellen um wenige Minuten, doch auch im Schatten sind es beeindruckende, wenn auch fürchterlich stinkende, Kunstwerke der Natur.

Liebe Grüße,

Merc




Erstaunlich was das Meer Schönes anspült
Erstaunlich was das Meer Schönes anspült

So gut aber so ungesund
So gut aber so ungesund

Botanischer Garten
Botanischer Garten

Blick über Myvatn
Blick über Myvatn

Stinkende Schwefelqüllen
Stinkende Schwefelqüllen


Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Samstag, 10.08.2013, 00:53
Eingeordnet unter: Island, Reisen


Als wir heute wach wurden war es immer noch sehr windig und noch dazu richtig, richtig kalt. Dementsprechend hielt uns nichts im Fjord und wir versuchten Meer und Kälte möglichst schnell hinter uns zu lassen.

Aber falsch gedacht, dass es angenehmer werden würde - nach zirka einer Stunde Fahrt begann es zu schneien, die ganze Ebene um uns herum war schneebedeckt. Und das im August, der eigentlich der wärmste Monat hier sein sollte - brrr.

Sonderlich groß war unsere Motivation bei diesem Wetter nicht, das Auto zu verlassen und auch die Lichtverhältnisse waren fürs Fotografieren eher bescheiden. Daher verschoben wir das Sightseeingprogramm auf morgen und fuhren zu unserem Quartier, einem Bauernhof namens Stöng, nahe dem See Myvatn (="Mückensee").

Nach einem Bad im hauseigenen Outdoor-Hot-Pot (der offensichtlich mit heißem Wasser aus der schwefeligen Erde gespeist wurde) nutzten wir die Gelegenheit einer Küche und kochten wieder Reiseproviant für die nächsten Tage vor.

Den Abend verbrachten wir vor dem isländischen Fernsehen mit Häkelsachen und viel zu viel Schwarztee.

Liebe Grüße,
Merc




Sieht man wie kalt es ist
Sieht man wie kalt es ist

Unser kleines Auto im Schnee
Unser kleines Auto im Schnee


Direktlink  Kommentare: 2 geschrieben von merc am Donnerstag, 08.08.2013, 09:45
Eingeordnet unter: Island, Reisen


An diesem Morgen erwachten wir mit wunderschönen Panorama, jedoch hatte es über Nacht ordentlich abgekühlt und der Wind wehte mit (prognostizierten 100 km/h) fast die Schafe aus der Wiese. Dementsprechend war die Weiterfahrt eher ungemütlich. In Djupivogur machten wir Halt um zu tanken und nach einem kleinen Spaziergang auf den Hausberg den Ausblick zu genießen. Außerdem gönnten wir uns im "Langhaus", einem roten Häuschen, das in früheren Zeiten ein Lager für den Hafen und einen Schlachthof darstellte und heute ein Kaffeehaus und eine Kunstgalerie beherbergt, einen richtigen Café Latte. Endlich wieder Kaffee, wie wir ihn gewohnt sind - das lag vermutlich auch am internationalen Küchenpersonal ;-)

Nach einer Fahrt durch mehrere Fjorde erreichten wir unser Ziel des Tages in Eskifjördur - viel zu früh. Da noch niemand im Guesthouse und wir durch gefroren bis auf die Knochen waren, statteten wir dem städtischen Schwimmbad einen Besuch ab. Auch wenn die Sportbecken hier geheizt sind (auf ca. 30° C, was uns zuhause wohl viel zu warm wäre), trauten wir uns bei 5° C Außentemperatur nur in den Hotpot (38°C). Aufgehitzt davon beschlossen wir - erfrierungsmutig - die Außenrutsche auszuprobieren, die zwar in ein geheiztes Becken führt, der Weg dorthin aber im Freien ist. Es war wirklich, wirklich kalt ;-)


Lieben Gruß,
merc




Ein Strand an der Ostküste
Ein Strand an der Ostküste

Wildes Meer
Wildes Meer

Hafen von Djupivogur
Hafen von Djupivogur

Auch in Island gibt es Bienen
Auch in Island gibt es Bienen

Meet the locals
Meet the locals

Kalt aber schön
Kalt aber schön


Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von merc am Mittwoch, 07.08.2013, 17:23
Eingeordnet unter: Island, Reisen


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